Biegeschlaffe Bauteile automatisch montieren

10 Fragen, die sich alle Entwickler einer Montageapplikation für biegeschlaffe Teile stellen müssen (Teil 1).

Biegeschlaffe Bauteile wie Kabelbäume und Schläuche können mit wenig Kraftaufwand verformt werden. Wenn es um die Montage biegeschlaffer Bauteile geht, ist Adaptivität von entscheidender Bedeutung – bisher eine Kernkompetenz des menschlichen Arbeitens. Wir geben Ihnen Einblicke in einen Versuch, bei dem biegeschlaffe Bauteile automatisiert montiert werden. Am Beginn stehen jedoch wichtige Fragen.

Immer wieder beschäftigt sich EDAG PS mit Themen rund um Leichtbaurobotik und Mensch-Roboter-Kollaboration. In dieser Reihe kombinieren wir beides. Unsere Mission dabei: Montageprozesse in das 21. Jahrhundert zu befördern!

Von stabilen und biegeschlaffen (oder auch forminstabilen / formlabilen) Bauteilen

Bei der allgemeinen Automatisierung handelt es sich in der Regel um stabile Bauteile mit fixen Positionen. An denen kann das Bauteil aufgenommen, abgelegt, bearbeitet werden. Sie können nicht verändert werden und ändern sich nicht selbst.

Was ist aber wenn das Bauteil nicht aus stabilem Blech besteht, sondern aus weichem Gummi? Wie geht man damit um, dass sich die Geometrie des Bauteils ständig ändert? Plötzlich sind die fixen Positionen wertlos.

Von Robotern und Montagehallen

Im Karosserie-Rohbau werden daher ausschließlich formstabile, metallische Werkstoffe von Robotern bearbeitet. Im Gegensatz dazu sind in der Montage von biegeschlaffen Bauteilen nur sehr wenige Roboter anzutreffen. Hier werden zum Beispiel Dichtungen, Riemen, Abdeckungen und Stoffverkleidungen montiert, Fußmatten in Position gebracht oder Steckverbindungen an Kabelenden in die entsprechenden Buchsen gefügt.

Wäre man in der Lage, biegeschlaffe Bauteile automatisiert zu montieren, könnte man einen Bereich automatisieren, in dem alles von Hand gearbeitet wird.

Mit 10 Fragen zur automatisierten Montage

In den kommenden Wochen werden wir Ihnen Einblicke in eine studentische Abschlussarbeit geben, in der die automatisierte Montage von „nicht formstabilen Bauteilen“ versuchsweise aufgesetzt und exemplarisch beherrscht wird.

Bild Biegeschlaffes Teil EDAG PS Versuchslabor in Sindelfingen

Zuvor müssen wir uns aber die folgenden Fragen stellen:

  • Welcher Prozess bietet sich an?
  • Wie können wir die Werker entlasten?
  • Von welcher Stabilität des Bauteils kann ausgegangen werden?
  • Von welcher Labilität des Bauteils kann ausgegangen werden?
  • Wie lässt sich die labile Geometrie stabilisieren, damit das Bauteil verarbeitet werden kann?
  • Wie soll der Versuchsaufbau aussehen?
  • Wenn mit Spannrollen gearbeitet wird: wie viele und wie sind sie anzuordnen?
  • Ist es möglich, einen einfachen Versuchsaufbau im Labor nachzubilden?
  • Orientierung am Hersteller oder an einem bestimmten Modell?
  • Wie ist der Prozess oder das Werkzeug robotergerecht umzugestalten?

Nur noch wenige Wochen! Freuen Sie sich auf neueste Technik, exklusiv aus unserer Forschung für die Praxis.

Kontaktieren Sie uns - Wir fassen Anforderungen unserer Kunden zusammen und suchen nach Einsatzmöglichkeiten für Mensch-Roboter-Kollaboration. Unser Projektleiter für Technologieentwicklung Robotik, Daniel Roth, steht Ihnen für Fragen via Mail oder Telefon (+49 7031 861 749) gerne zur Verfügung.