Eine Maschine ohne Gebäude wird nass...

Alle reden von „Lean“. Inzwischen auch in den Bauabteilungen. Schlanke, effiziente Prozesse. Die Idee ist nicht neu. Aber was bedeutet der Lean-Gedanke in Bezug auf das Fabrikgebäude (aus der Sicht des Produktionsengineerings)? Ein Gedankenexperiment.

Grundsätzlich hat das Fabrikgebäude den Zweck, dass die Werker, die Anlagen und die Produkte nicht nass werden, nicht im Boden versinken und von der Seite nicht weggeweht werden…. Ist das wirklich so?


Hund und Schwanz – wer wedelt mit wem?

Gedankenexperiment: Pull-Prinzip (im Übrigen auch so eine Lean-Sache). Das Produkt erfordert über seine Fertigungs- und Logistikprozesse eine abgestimmte Anlagentechnik und diese wiederum stellt Anforderungen an das Gebäude: Medienbedarfe, Flächen-/Traglasten, Klimabedingungen, Filtern von Emissionen und auch von Immissionen. Man kann ein Produktionssystem ergo nur sehr schwer ohne die Gebäudekomponenten betrachten, mit denen es in direkter Wechselbeziehung steht.

Soll heißen: Hund und Schwanz gehören unmittelbar zusammen.

Mechatronisches Engineering                         Abbildung: Mechatronisches Engineering - ein Ansatz der EDAG Production Solutions

„Digitale Fabrik“ und „BIM“ – Liebesheirat oder Vernunftehe?

Soweit die Philosophie. Wie aber gelingt der Übergang von der koexistenten Planung/Realisierung von Gebäude und Anlage hin zur kollaborierenden Planung und Realisierung. Umfassendes Frontloading, ganzheitliches Denken in Entwicklungs- und Planungsprozessen?

Anlagenseitig geben die Werkzeuge und Systeme der Digitalen Fabrik eine gewisse Routine und Sicherheit. Die Digitale Fabrik ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Planungsarbeit bei EDAG PS. 

Die große Herausforderung wird nun sein, das Gebäude in seiner Entwicklung hier zu integrieren. Wie tauschen sich BIM (Building Information Modeling) und Digitale Fabrik intelligent untereinander aus? Nicht koexistent, also im Nebeneinander, sondern kollaborierend, im Miteinander.

Das funktioniert nur(!) interdisziplinär. Wir freuen uns auf die Diskussion: Christopher Reuß (Abteilungsleiter Smart Factory) & Dr. Frank Breitenbach (Senior Fachexperte Planungsmethodik).

Unser Kollege Dr. Frank Breitenbach war zudem Referent auf der Vortragsveranstaltung der buildingSMART e.V. zum Thema "Innovation Bau" und stellte sich der Diskussion mit Produktherstellern, Softwarefirmen, Bauunternehmen, Betreibern und Hochschulen. Einen Rückblick zur Vortragsveranstaltung gibt's hier und Herr Dr. Frank Breitenbach steht zudem natürlich gerne für Rückfragen und Fachgespräche zur Verfügung.

”Gerade im Umfeld der Automobilindustrie wird das Thema Digitale FBreitenbachabrik - als Pendant zu BIM - seit weit über 20 Jahren massiv vorangetrieben. Ich sehe in der gemeinsamen, vernetzten Zusammenarbeit große Potenziale, speziell bei der Fehlervermeidung durch frühe, hohe Reifegrade der Planung, was gerne als Frontloading bezeichnet wird. Die Digitalisierung unterstützt dieses vernetzte Arbeiten ideal. Ganzheitliches, vernetztes Denken wird der Skill der Zukunft sein.”

                                          Dr. Frank Breitenbach während der o.g. Vortragsveranstaltung.

 

Das Thema klingt interessant, aber Sie haben die Veranstaltung verpasst? Die Präsentation "Gemeinsam stärker - Kollaboration von Bau und Produktionsengineering und was wir noch tun müssen" gibt es nachfolgend als kostenlosen Download. Klicken Sie dazu einfach auf das Bild.

Präsentation: "Gemeinsam stärker - Kollaboration von Bau und  Produktionsengineering und was wir noch tun müssen"