Selbstheilung bei der Karosserieproduktion, eine fixe Idee?

Bei Menschen spielt der „innere Arzt“ bei Selbstheilungsprozessen eine große Rolle. Dazu muss man Zugang zu seinen inneren Ressourcen haben und erkennen können, wann ein ungünstiges Level erreicht wird und wie man wieder in einen optimalen Zustand kommt. Ist etwas Vergleichbares auch in der Produktion denkbar? Ja! Wir zeigen Ihnen, wie es geht und erklären, wer SEP ist.

Von der Entwicklung in die Produktion

Nach der Freigabe des Prototypen für die Karosserieproduktion gibt es im Rahmen der Serienfreigabe wichtige Festlegungen. So werden Funktionsmaße, Fugenplan und Aufnahmekonzepte sowie Zusammenbau- und Montagekonzepte definiert. Allerdings: Bauteile ohne Toleranzen gibt es nicht. Daher ist ein wichtiger Bestandteil des Engineerings in dieser Phase die Festlegung von Eingangstoleranzen und das Durchführen von Toleranzberechnungen und –simulationen. Mit den Ergebnissen können innerhalb dieses iterativen Prozesses Optimierungen durchgeführt werden. Schließlich erfolgt die Freigabe der Bauteile mit Aufnahmekonzept und Toleranzen.

Start of Production

 

Nach “Start of Production” (SOP)

In der Produktionspraxis zeigt sich dann oft, dass es schwierig ist, bezüglich der Toleranzen zu 100% im Zielfenster zu bleiben. Bauteile sind nicht innerhalb der Spezifikation und/oder haben Mittelwertverschiebungen. Warum ist das so? Vielleicht sind Aufnahmekonzepte nicht wie festgelegt umgesetzt worden oder wurden verändert. Vielleicht wurden Zusammenbaukonzepte aus praktischen oder wirtschaftlichen Erwägungen geändert. Kleine Änderungen können große Auswirkungen auf die Qualität der produzierten Teile haben.

 

SEP, der Vermittler zwischen analogen Problemen und digitalen Lösungen

Für simulationsgestützte Ermittlung von Stellmaßnahmen in der Produktion hat die EDAG Production Solutions die Software SEP entwickelt. Die Software soll eine horizontale Vernetzung von Qualitätsinformationen sicherstellen und bietet einen strukturierten Ablauf. Der Korrekturprozess hat 12 Schritte:

  1. Realmesswerte aus Fertigung importieren
  2. Toleranzsimulation mit 3DCS
  3. Export der Simulationsdaten
  4. Import der Daten im SEP-Tool
  5. Analyse der Mittelwertverschiebung betroffener Merkmale
  6. Identifizierung der wichtigsten Einflussfaktoren (größter GF bzw. MARS)
  7. …unter Beobachtung des Gesamtsystems (betroffene Merkmale: besser/schlechter)
  8. …daraus abgeleitet die Erarbeitung und Definition von Stellmaßnahmen
  9. Bewertung der Stellmaßnahmen im Rahmen der Stellrunden auf Basis der SEP-Prognosen
  10. Umsetzung der Stellmaßnahmen im Werk
  11. Feedback mit Analyse in Form der Simulationsdurchläufe nachfolgender Produktionstage
  12.  Optional: Abgleich mit Messungen am fertigen Fahrzeug

 

Täglicher Einsatz von SEP

Einmal im Einsatz liest SEP Messdaten automatisiert oder auch manuell ein und startet die Toleranzsimulation. Nach Analyse der Ergebnisse erfolgt die Ermittlung der notwendigen Stellmaßnahmen. Zum guten Schluss wird alles Wesentliche in einem Bericht zusammengefasst.

Fazit

SEP lauscht in den Daten- und Informationssee der Produktions-IT und ermöglicht aktives Handeln. Möchten auch Sie Ihre Daten angeleitet überprüfen lassen und Ihre Vorrichtung bei regelmäßigen Unregelmäßigkeiten sich selbst heilen lassen? Kontaktieren Sie unseren Fachexperten aus dem Bereich Dimensional Management Herrn Markus Reisinger und lassen Sie sich von ihm unverbindlich in die Materie einführen.